Der Illuminatenorden

Der Illuminatenorden wurde am 1. Mai 1776 von Prof. Adam Weißhaupt, als studentischer Geheimbund an der Universität Ingolstadt gegründet. Bis heute besteht der Orden in ungebrochener Traditionslinie durch souveräne Körperschaften weiter. In der Loge "Alexandria", mit Hauptsitz in Essen (Ruhr), bewahrt der Illuminatenorden das ursprüngliche und überlieferte Brauchtum.

Was bedeutet es ein Illuminat zu sein? Oder, was ist Illuminatismus?

Der Illuminatenorden wurde als eine Stätte der Aufklärung gegründet. Er ist eine Weisheitsschule, weshalb er die Eule der Minerva, der Göttin der Weisheit, aber auch der Baukunst, gewählt hat. Nach alter Überlieferung hat ein Illuminat die Aufgabe, auf Grundlage von Weisheit Erkenntnis und Wissen zu erlangen. Dieses auf Weisheit gegründete Wissen und dessen Verbreitung ist praktizierter Illuminatismus. Es ist ein selbstloser Dienst an der Menscheit. Die Suche nach Wahrheit und Erkenntnis ist es also, die einen Illuminaten ausmacht. Keine Geheimniskrämerei, wohl aber Vorsicht im Umgang mit dem, was aus gutem Grund verschwiegen bewahrt wird. Der Illuminatenorden versteht sich als innerste und höchste Abteilung der Freimaurerei. Als solche ist es auch die Aufgabe des Illuminatenordens, die Mysterien der Freimaurerei auf das Innigste zu studieren und die mit dem Maßstab der Weisheit anzuwenden. Eitelkeit und persönliches Machtstreben stehen im Gegensatz zum Illuminatismus. 

Die Loge "Alexandria", das "Heilige geheime Kapitel der Schottischen Ritter" des Illuminatenordens

Original aus dem Logen-Archiv: Das verbesserte System der Illuminaten, 1787.
Original aus dem Logen-Archiv: Das verbesserte System der Illuminaten, 1787.

Die Essener Loge "Alexandria" geht auf den Bonner Illuminaten Johann Joseph Eichhoff zurück, der am 14. März 1784, zusammen mit in Kettwig (heute Essen-Kettwig) und Werden (heute Essen-Werden) lebenden Illuminaten ein Heiliges geheimes Kapitel der Schottischen Ritter errichtete. Etwa um 1787 entstand hieraus die souveräne Loge "Alexandria", die sich bis heute der Bewahrung und Erforschung der überlieferten Mysterien, sowie deren Fortführung, zur Aufgabe gemacht hat. Nach jahrhundertealter Tradition, führt sie das aufklärerische Erbe des Illuminatenordens fort. In diesem Sinne wirkt sie als Geheimgesellschaft, deren äußerer Orden die Altschottische Freimaurer-Loge "Zur starken Wehr im Westen" ist.

Die Eule der Mineva, ein Sinnbild der Illuminaten für das Streben nach Weisheit.
Die Eule der Mineva, ein Sinnbild der Illuminaten für das Streben nach Weisheit.

Liste der Alt-Präfekten der Illuminaten-Loge "Alexandria"

Desiderius (Johann Joseph Eichhoff)

Johann Joseph Eichhoff, Freimaurer und Gründungsmitglied der Bonner Minervalkirche "Stagira" des Illuminatenordens. Auf seine Initiative wurde das "Heilige geheime Kapitel der Schottischen Ritter" in Kettwig errichtet, aus dem die Essener Illuminaten-Loge "Alexandria" hervorgegangen ist. Er wurde zusammen mit seinem Bruder Johann Peter Eichhoff im November 1782 in den Illuminatenorden aufgenommen. Seine Aufnahme in die Freimaurerei erfolgte nach dem Lyoner System des Rektifizierten Schottischen Ritus.

 

Magnentius (Johann August Eichhoff)

Johann August Eichhoff, Sohn des Illuminaten Johann Joseph Eichhoff, war der Vater von Bertha Eichhoff, die am 19. Mai 1853 Alfred Krupp heiratete und seither Bertha Krupp hieß. Die Aufnahme in die Freimaurerei erfolgte durch seinen Vater innerhalb des Illuminatenordens.   

 

Hephaistos (Alfred Krupp)

Alfred Krupp, Fabrikbesitzer und Schwager von Richard Eichhoff. Die Aufnahme zum Freimaurer erfolgte während einer "gedeckten" Logenversammlung im kleinen Kreis, an der vor allem Essener Illuminaten und Freimaurer aus Düsseldorf teilnahmen. Er verhinderte ein Verbot der Essener Illuminaten-Loge durch Kaiser Wilhelm I., indem der äußere Orden als Arbeitsstätte unter der Allgemeinen Altschottischen Loge in Berlin errichtet wurde. Die Versammlungen der Essener Illuminaten wurden seither in der Altschottischen Freimaurer-Loge abgehalten.  

 

Odysseus (Richard Eichhoff)

Richard Eichhoff, Sohn von Johann August Eichhoff, Essener Freimaurer und enger Vertrauter von Alfred Krupp, Direktor der Kruppschen Fabrik. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern der ersten Johannis-Freimaurer-Loge in Essen. Von 1868 bis 1869 war er Meister vom Stuhl. Die Aufnahme zum Freimaurer erfolgte in den Privaträumen von Alfred Krupp. Am 24. Januar 1856 wurde er in den Meister-Grad erhoben.

 

Boethius (Friedrich Hammacher)

Dr. Jur. Friedrich Adolf Hammacher, Essener Freimaurer, Bergwerks- und Hüttenbesitzer, Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses und des Deutschen Reichstags. Nach ihm wurde die Hammacherstraße im Stadtteil Ostviertel in Essen benannt. Die Aufnahme zum Freimaurer erfolgte am 25. April 1860.  

 

Deucalion (Isaac Simon Hirschland)

Isaac Simon Hirschland, Freimaurer und Bankkaufmann. Im Jahr 1909 wurde er mit dem "Roten-Adler-Orden" ausgezeichnet. Er war der Strippenzieher beim Bau der "alten" Synagoge in Essen und langjähriger Vorsitzender der Synagogengemeinde. Der Hirschlandplatz am Bankennviertel in Essen wurde nach ihm benannt. Präfekt der Essener Illuminaten-Loge von 1871 bis 1885. 


Aurelius


Hermannos 

 

Asklepios (Paul Schneider)

Dr. med. Paul Schneider, Essener Freimaurer, Sanitätsrat und praktischer Arzt. Er war Mitglied des Bundesdirektoriums der Großen National-Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln". Von 1911 bis 1919, sowie von 1922 bis 1935 war er Meister vom Stuhl in Essen. Die Aufnahme zum Freimaurer erfolgte am 8. Mai 1897. 

 

Parzival (Fritz Linden)

Friedrich (Fritz) August Linden, Essener Freimaurer und Juwelier, Abgeordneter Obermeister der Altschottischen Freimaurer-Loge in Essen, die Aufnahme zum Freimaurer erfolgte am 4. Februar 1908. In den Jahren 1945 bis 1947 war er Meister vom Stuhl.

 

Ikaros (Heinz-Harry Bongartz)

Heinz Harry Bongartz, Essener Freimaurer und Kaufmann, Sohn des Jagdfliegers Heinrich Bongartz, enger Vertrauter von Fritz Linden. Von 1993 bis 1995 war er Meister vom Stuhl. Die Aufnahme zum Freimaurer erfolgte am 22. Februar 1956.

 

Platon (Max Kleensang)

Dr. Ing. Maximilian (Max) Hermann Kleensang, Essener Freimaurer und Personalleiter. Fraktionsvorsitzender und langjähriger Berater in der FDP. Atelierpräsident der Essener Perfektionsloge und Mitglied des Obersten Rates für Deutschland im Alten und Angenommenen Schottischen Ritus (33. Grad). Von 1989 bis 1991, und von 2009 bis 2011, war er Meister vom Stuhl. Die Aufnahme zum Freimaurer erfolgte am 22. April 1986.